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Business Branchenbuch Deutschland

Vom Baum zur geschnitzten Figur

Hierzu stehen weit über tausend Baumarten zur Verfügung, die sich in Härte, Maserung oder Farbe ihres Holzes unterscheiden. Das Holz von Linde, Esche, Bergahorn oder Kastanie wird bevorzugt, weil es sich leichter schnitzen lässt. Die Zirbelkiefer hat wie der Nussbaum und die Eiche eine dunkle Färbung während Linde fast schon weiß ist. Das Kernholz des Apfelbaums ist rosafarben, neigt jedoch zum Reißen und ist wie das harte Holz der Fichte schwerer zu bearbeiten. Auch Gelbfärbungen wie die der geradfaserigen Erle oder Weymouthskiefer sind möglich.

Geeignete Bäume werden meist im Winter gefällt, da sie zu dieser Zeit keinen Saft führen. Nachdem der Stamm in einem Sägewerk in sogenannte Bohlen geschnitten wurde, müssen diese pro Zentimeter Dicke etwa ein Jahr gelagert werden, um durch Kammer- oder Lufttrocknung zu trocknen.

Erst nach Ende der Trocknungsphase ist das Holz zum Schnitzen geeignet. Ist ein Entwurf erstellt, kann mit der Herstellung des Objektes begonnen werden. Es gibt zahlreiche Schnitzwerkzeuge, die sich in ihrer Form, ihrer Schneidenbreite und Größe unterscheiden. Balleisen haben eine gerade Schneide, Flacheisen eine leichte und Hohleisen eine starke Höhlung. Bohrer sind u-förmig und werden genutzt um Löcher oder Vertiefungen zu schnitzen, Zierschnitzeisen um feine Details herauszuarbeiten. Es wird häufig ein Pantograph genutzt, um gemäß eines Bronzemodells beliebig viele gleichartige Holzrohlinge zu produzieren, die anschließend per Hand vollendet werden. Ist die Figur fertiggestellt, kann sie zum Beispiel noch mit Goldfolie oder einer Wachspolitur veredelt werden. 

Bekannt für ihre Schnitzereien sind Dörfer wie Grünhainichen und Seiffen im Erzgebirge, Brienz im Schwarzwald oder St. Ulrich im Grödner Tal in Südtirol, in denen sich viele (Familien-) Unternehmen niedergelassen haben. 

 

hinzugefügt am: 24.02.2021
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