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05.10.2020, 00:00:00

"Es muss auch Leute geben, die Verantwortung übernehmen wollen"

Wie alt waren Sie bei der Unternehmensgründung 1995? Wie sah der Markt aus?
Erwin Telöken: 32 Jahre alt, genau wie mein Geschäftspartner und TEKA-Mitgründer Jürgen Kemper. Es waren andere Zeiten als heute. Absaugtechnik an sich war da. Aber der Mensch und die gesundheitlichen Gefahren für Mitarbeiter durch Schweißrauche etc. standen nicht so im Vordergrund. Man schaute eher noch auf die Maschinen. Der Arbeitsschutz generell und das Thema saubere Luft in der Industrie waren anders als heute noch nicht so in den Köpfen verankert. Die Gesetzeslage war ebenfalls noch nicht so ausdifferenziert, was Grenzwerte usw. anging. Ähnliches galt ja auch lange für die Luftverschmutzung im öffentlichen Raum.

Wovon waren die ersten Jahre nach der Unternehmensgründung geprägt?
Erwin Telöken: Die ersten Jahre waren geprägt von starkem Wachstum und einer enormen Expansion, sowohl was die Größe als auch die internationale Ausrichtung des Unternehmens anging. Wir haben schnell ein dichtes und tragfähiges Händlernetzwerk aufgebaut, auf das wir auch heute noch zählen können.

Wie hat sich das Tagesgeschäft in den letzten Jahrzehnten entwickelt?
Erwin Telöken: Der Markt hat sich nicht wesentlich geändert. Es wird mehr im Web verkauft, aber gute Beratung ist nach wie vor wichtig. Was das Verkaufen von Absauganlagen angeht, arbeiten wir nach ähnlichen Grundsätzen wie früher. Der erste Kontakt zum Kunden ist und bleibt wesentlich. Wichtig für einen guten Berater ist, nicht einfach ein Produkt zu verkaufen, sondern den Bedarf beim Kunden zu erkennen und zu bedienen. Den Vertrag per Handschlag zu besiegeln, das gibt es leider kaum noch - und das nicht erst seit Coronazeiten.
Simon Telöken: Ich muss schon schmunzeln, wenn du von euren Anfängen erzählst. Mit Landkarte durch die Gegend fahren, an einer Tankstelle halten, um ein Fax zu versenden… Die Zeit ist schon deutlich schnelllebiger geworden. Obwohl, mein Vater ist keiner, der altmodisch ist und denkt, sondern in allem, besonders in technischen Dingen, immer höchst innovativ und modern gewesen - bis heute. Ich kann mich noch erinnern, dass er einige der ersten Taschencomputer von Palm und Blackberry hatte, die auf dem Markt waren.
Erwin Telöken: Die Zeit ist eine andere. Aber vieles ist gleich geblieben. Man muss andere Wege gehen, zum Beispiel mit Blick auf die Digitalisierung. Aber vieles, was schon früher galt, gilt auch heute noch. Ein guter Berater ist kein Chaot, sondern bis zum Anschlag strukturiert.

Was braucht man, um 25 Jahre erfolgreich am Markt zu sein?
Erwin Telöken: Um es auf wenige zentrale Begriffe zu bringen: Gute Mitarbeiter, gute Produkte, gute Kundenberatung. Ehrlichkeit ist auch eine wichtige Grundlage für Erfolg. Schließlich möchte man dem Kunden nicht nur eine Anlage verkaufen, sondern eine lange Kundenbeziehung aufbauen, die auf Vertrauen basiert.

Simon, welche Kindheitserinnerungen haben Sie an das Unternehmen und die Arbeit Ihres Vaters?
Simon Telöken: Als ich circa 5 Jahre alt war, sind wir mit einem Fiat zur Hannover Messe gefahren. Das war ein Abenteuer als Kind. Als Jugendlicher habe ich dann erst einmal beim Aufbau von Messeständen wie bei der Schweißen und Schneiden in Essen geholfen. Insgesamt weiß ich noch, mein Vater war halt wenig da. Aber die Firma war im Aufbau und im Endeffekt ist es so, ohne Fleiß kein Preis.
Erwin Telöken: Ja, wir mussten viele Stunden am Tag ackern. Da bleibt vieles auf der Strecke und für die Familie kaum Zeit.

Sie haben erst in anderen Unternehmen gearbeitet. Warum sind Sie nicht gleich in die Firma des Vaters eingestiegen?
Simon Telöken: Ich habe meine Ausbildung als Metallbauer in einem anderen Betrieb gemacht und viele Erfahrungen in anderen Unternehmen gesammelt, bevor ich bei TEKA eingestiegen bin - und bin froh darüber. Man hat auf viele Dinge im eigenen Unternehmen eine andere Sicht, ist nicht so betriebsblind.
Erwin Telöken: Und du hast hier von der Pike auf gelernt, verschiedene Abteilungen vor allem im Service und Verkauf durchlaufen, bevor du in die Geschäftsführung mit eingestiegen bist. Nur so kann man sich auch den Respekt der Mitarbeiter erarbeiten. Das sind Lebenserfahrungen, die unwahrscheinlich wichtig sind.

Was ist schwieriger, eine Firma zu gründen oder erfolgreich weiter zu führen?
Simon Telöken: Es ist einfacher, sich ins "gemachte Nest" zu setzen. Ich bin jetzt seit zehn Jahren im Unternehmen. Ich habe einen Riesenrespekt vor dem, was mein Vater und Jürgen Kemper aufgebaut haben.



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