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28.06.2023, 10:27:41

Blick auf die Ernteerwartungen 2023

Die Ernte 2023 steht in den Startlöchern. AGRAVIS-Experte Bernhard Chilla erklärt, welche Auswirkungen das Wetter auf die bevorstehende <a href="https://www.agravis.de/de/pflanzenbau/ernte/">Ernte</a> hat, welche Exportpotentiale zu erwarten sind und wie es um die Versorgungslage steht. Die aktuelle Situation in einzelnen Regionen des AGRAVIS-Arbeitsgebiets beschreiben die Agrarhandel-Experten des Unternehmens. Sie geben auch Einschätzungen zu den Ernteerwartungen ab. Doch so viel vorab: Die Ernte wird zwar von heterogenen Wetterbedingungen beeinflusst, allerdings bestehen keine Lieferengpässe beim Erntegut. Ausblick auf die Weizenversorgunglage 2023/24 vor der Ernte Der Weizenmarkt für das Erntejahr 2023 steht wie im Vorjahr vor großen Herausforderungen. 2022/23 war das Getreidewirtschaftsjahr am Ende von den stark angestiegenen Exporten aus Russland und Australien geprägt. Diese waren im Vergleich zu 2021 stark angestiegen. Grund dafür war eine Steigerung der Weizenproduktion um 26 Millionen Tonnen bzw. 25 Prozent. In Russland hat eine schnelle Getreidevermarktung höhere Priorität als die Einlagerung Die Exporte aus Russland waren trotz Sanktionen wesentlich höher als im Juni 2022 im Markt erwartet wurde. Diese Erkenntnis sollte für das Wirtschaftsjahr 2023/24 im Hinterkopf bleiben. Wenn Russland ein hohes Exportpotential hat, dürften die Ausfuhren mit Beginn der Ernte hoch sein. Im Getreidemarkt fiel seit Anfang des Jahres 2023 auf, dass die Nachfrage erst nach einem kräftigen Preisrutsch der Getreidepreise wieder anstieg. Die deutschen Weizenexporte stiegen erst deutlich nach diesem Preisrückgang an. Diese Entwicklung zeigt deutlich, wie preiselastisch die Weltnachfrage (und Binnennachfrage) nach Agrarrohstoffen ist. Gleichzeitig deckt die verarbeitende Industrie nur den kurzfristigen Bedarf. Nachfrage deckt den kurzfristigen Bedarf und ist preiselastischer als erwartet Das betrifft nicht nur die internationale Nachfrage, sondern auch die Nachfrageentwicklung in Deutschland. Diese dürfte den Getreidemarkt in den kommenden Wochen weiterhin begleiten. Die Angebotslage rückt in den Vordergrund. Wichtig ist, dass nur eine deutliche Verschlechterung der Angebotslage im Vergleich zum Vorjahr die Marktlage nachhaltig verändert. Ernteaussichten 2023 schwächeln in Deutschland, bleiben aber erheblich besser als im Vorjahr in Frankreich Die Trockenheit in Deutschland dürfte die Ernteaussichten im Vergleich zum Vorjahr schmälern, so die ersten Schätzungen von Coceral oder dem Deutschen Raiffeisenverband DRV. Die Weizenproduktion in Deutschland soll laut der Expert:innen 2023 rund 0,5 bis 0,8 Mio. Tonnen niedriger ausfallen. Gleichzeitig wird ein signifikanter Anstieg der französischen Weizenerzeugung erwartet, der mögliche Ertragsverluste in Deutschland mehr als ausgleicht. Trotz lokal großer Wachstumsprobleme wird 2023/24 von einer höheren EU-Weizenproduktion als im Vorjahr ausgegangen. Im EU-Markt dürfte sich diese Angebotserwartung nur verändern, wenn die Weizenerträge in der Ernte doch noch negativ überraschen. In Russland sind die Ernteaussichten 2023 überdurchschnittlich hoch - das Exportpotential dürfte hoch bleiben In Russland steht für die Marktversorgung noch viel Weizen zu Verfügung. Die Überhangbestände aus der Ernte 2022 sollen enorm sein. Die Weizenproduktion soll im Vergleich zum Vorjahr zwar fallen, bleibt aber höher als im Mittel der Jahre 2017 bis 2021. Das Exportpotential Russlands dürfte sinken, doch ein Einbruch der Ausfuhren ist nicht zu erwarten. Bevor der "Kuchen" verteilt wird, muss die Weizenernte allerdings erst eingefahren werden. Das Wetter zur Ernte im Juli könnte die Qualität und Quantität der Ernte 2023 noch entscheidend beeinflussen - und das nicht nur in Deutschland. Ernteberichte aus den AGRAVIS-Arbeitsgebieten Gemischtes Bild in Ostfriesland Gerste, Weizen, Roggen und Triticale zeichnen unterschiedliches Bild "Wir blicken bei den Kulturen in Ostfriesland auf ein unterschiedliches Bild", erläutert Hilko Kroon, Getreidehändler bei der <a href="https://www.agravis.de/de/agrarhandel/agravis-ems-jade/">AGRAVIS Ems-Jade GmbH</a>. Bei den Wintersaaten ist die Gerste gerade in der Abreife und die Kornfüllung ist beendet. "Hier sollte der Regen für gute Erträge ausreichend gewesen sein", so Kroon. Der Weizen ist in der Kornfüllung und würde noch Wasser benötigen, um gute HKL-Gewichte zu halten. Die ersten Blätter rollen sich ein. Ähnlich geht es dem Roggen und der Triticale. Aussaatbedingungen bei Sommerungen zu nass und zu trocken Bei den Sommerungen war es generell bei der Aussaat zu nass, danach zu trocken. "Somit haben wir mittelmäßige E


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